Thun zieht mit verdientem Sieg ins Finale der NLC ein
Das Rückspiel der Halbfinalserie in der NLC zwischen dem Rugby TV Thun und dem Rugby Club Cern endete mit einem 29:17-Sieg für die Gastgeber. Nachdem die Berner Oberländer das Hinspiel in der Westschweiz mit 44:31 gewonnen hatten, gingen sie mit einem kleinen, aber wichtigen Polster in das Rückspiel. Der Erfolg vor heimischem Publikum sicherte Thun den Finaleinzug, wo sie am 30. Mai in Yverdon auf den RC Würenlos treffen werden.
Die Partie begann jedoch alles andere als nach Wunsch für die Thuner. Die Gäste aus der Westschweiz hatten zu Beginn mehr vom Spiel und kontrollierten das Geschehen über weite Strecken mit viel Ballbesitz. Thun wirkte ähnlich wie in der Schlussphase des Hinspiels etwas undiszipliniert und fand nur schwer in den eigenen Rhythmus. Cern nutzte diese Phase, erhöhte kontinuierlich den Druck und kam nach rund 15 Minuten zum ersten Erfolgserlebnis: Nach mehreren druckvollen Phasen durchbrachen die Genfer die Thuner Defensive und gingen mit einem Try in Führung.
Doch die Antwort des Heimteams ließ nicht lange auf sich warten. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Berner Oberländern immer besser, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und Struktur in ihr Angriffsspiel zu bringen. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass Thun offensiv über klare Vorteile verfügte. Nach rund 20 Minuten war es schließlich Center Simione Tabaki, der nach mehreren gut aufgebauten Phasen mit konsequentem Raumgewinn die Lücke fand und den ersten Try für die Gastgeber erzielte. Die Partie kippte nun zunehmend zugunsten der Thuner. Rund zehn Minuten später setzte Fly Half Louis von Grünigen zum nächsten Nadelstich an, durchbrach die Defensivlinie der Gäste und erhöhte mit seinem Try – inklusive erfolgreicher Erhöhung – auf 14:5.
Trotz einer gelben Karte gegen David Kenison und einer entsprechenden Unterzahlphase zeigte sich die Defensive der Thuner stabil. Die Gäste konnten daraus keinen weiteren Profit schlagen, sodass die Gastgeber ihre Führung bis zur Pause behaupteten.
Der Start in die zweite Halbzeit gelang Thun dann nach Maß. Mit einem sehenswerten Angriff über die Backline brachten sie die Cern-Defensive früh ins Wanken. Erneut war es Simione Tabaki, der sich kraftvoll durchsetzte, mehrere Verteidiger stehen ließ und seinen zweiten Try des Tages erzielte. Cern blieb jedoch hartnäckig und profitierte weiterhin von Undiszipliniertheiten auf Seiten der Thuner. Eine weitere gelbe Karte brachte den Gästen zusätzlichen Raum, den sie zu nutzen wussten. Sie verkürzten den Rückstand auf 19:12 und hielten die Partie damit offen.
Dennoch zeigte sich immer wieder ein klares Bild: Sobald Thun im Ballbesitz war und ihr strukturiertes Angriffsspiel durchziehen konnte, erspielten sie sich konsequent Raumgewinn und setzten die Gäste unter Druck. Louis von Grünigen sorgte mit einem Penaltykick für etwas Luft und erhöhte auf 22:12. Wenig später fiel dann die Vorentscheidung: Nach einem schnell vorgetragenen Angriff war es Scrum Half Grigorj Reber, der die Lücke erkannte und den vierten Try für die Gastgeber erzielte. Mit dem Zwischenstand von 29:12 war die Partie weitgehend entschieden.
In den letzten zwanzig Minuten ließ die Intensität auf beiden Seiten etwas nach. Cern gelang zwar noch eine Resultatkosmetik zum 29:17, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Thuner Sieg nicht mehr.
Mit dem zweiten Erfolg in dieser Halbfinalserie bestätigt der Rugby TV Thun seine starke Form und zieht verdient ins Finale der NLC ein. Trotz phasenweiser Undiszipliniertheiten überzeugten die Berner Oberländer vor allem im Angriffsspiel und zeigten, warum sie zu den stärksten Teams der Liga gehören.
Am 30. Mai wartet in Yverdon mit dem RC Würenlos nun die letzte Herausforderung der Saison – mit dem klaren Ziel, den Meistertitel nach Thun zu holen.

29
RC CERN Meyrin St. Genis
RC St. Gallen
RC Zug
RC Luzern
ASR Morges
15
40
RFC Basel Birds