Thun wartet weiter auf den ersten Sieg
Auch im dritten Saisonspiel in der NLB bleibt der Rugby TV Thun ohne Sieg. Gegen die RU Zürich verschliefen die Berner Oberländer erneut die Startphase und mussten sich am Ende mit 22:31 geschlagen geben. Trotz einer zwischenzeitlichen Steigerung gelang es dem Aufsteiger zu selten, sein Potenzial über längere Phasen abzurufen.
Die verschlafenen Anfangsminuten entwickeln sich langsam zu einem Muster. Wie bereits in den ersten beiden Saisonspielen fand Thun nur schwer in die Partie. In der Defensive liess man den Zürchern zu viel Raum, verschob zu spät und setzte die Tackles zu wenig konsequent. Auch mit Ball lief zunächst wenig zusammen. Die Angriffe waren zu durchschaubar und zahlreiche Handlingfehler verhinderten längere Druckphasen. Nach rund 20 Minuten nutzte Zürich die Unordnung in der Gästeverteidigung mit einem Doppelschlag gnadenlos aus und zog auf 19:0 davon. Kurz darauf kam es für die Berner Oberländer noch dicker: Fabrice Zellweger sah nach einem Foulspiel nahe der eigenen Tryzone die Gelbe Karte und musste für zehn Minuten vom Feld.
Ausgerechnet die Unterzahl schien die Thuner jedoch wachzurütteln. Plötzlich agierte die Defensive kompakter und auch offensiv gelang es zunehmend, Druck aufzubauen. Vorerst verhinderten weitere Ballverluste Zählbares. Neben den Handlingfehlern bereitete insbesondere das Lineout Probleme, wodurch sich die Gäste mehrfach selbst um guten Ballbesitz brachten. Kurz vor der Pause wurden die Bemühungen dennoch belohnt. Aaron Schranz durchbrach die Zürcher Verteidigung und setzte den mitgelaufenen Frank Zumthurm in Szene. Dieser wurde zwar noch kurz vor der Tryzone gestoppt, doch der Aufsteiger hielt den Druck hoch. Wenig später fand Rian Hogen die entscheidende Lücke und legte zum ersten Thuner Try ab. Nach erfolgreicher Erhöhung ging es mit 7:19 in die Pause.
Den Schwung nahm die Mannschaft aus dem Berner Oberland mit in die zweite Halbzeit. Ein erfolgreicher Penaltykick verkürzte den Rückstand auf 10:19 und brachte die Gäste wieder in Schlagdistanz. Die Partie war nun deutlich ausgeglichener. Gleichzeitig blieb das Thuner Spiel fehleranfällig: Ballverluste und Ungenauigkeiten verhinderten weitere Punkte, während die Defensive weiterhin zu oft Räume offenbarte. So nutzte das Heimteam eine Lücke über die Aussenbahn und erhöhte auf 24:10. Die Gäste liessen sich davon nicht abschütteln und hielten die Partie offen. Simione Tabaki verkürzte mit einem weiteren Try auf 15:24 und brachte die Berner Oberländer nochmals heran.
Doch erneut folgte auf eine gute Thuner Phase ein Rückschlag. Nach einem Ballverlust schaltete Zürich schneller, während die Gästeverteidigung nicht rechtzeitig organisiert war. Der nächste Try der Gastgeber war die Folge. Zu oft machten sich die Oberländer an diesem Nachmittag mit fehlender Struktur und einfachen Fehlern das Leben selbst schwer. Aufgeben kam dennoch nicht infrage. In der Schlussphase bäumte sich Thun nochmals auf und der eingewechselte Janis Neuenschwander belohnte die Bemühungen mit einem Try zum 22:31-Endstand.
Damit bleibt nach dem dritten Saisonspiel erneut das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Der NLB-Aufsteiger zeigt sein Potenzial weiterhin nur phasenweise, während verschlafene Startminuten, Ballverluste und fehlende defensive Ordnung zu viel kosten. Bereits am kommenden Samstag bietet sich die nächste Chance auf den ersten NLB-Sieg. Dann tritt der Rugby TV Thun erstmals in dieser Saison vor heimischem Publikum an und empfängt den RC Albaladejo Lausanne.

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TV Thun