Saison: 2026/2027

Rugby Union Zürich – TV Thun

Thun wartet weiter auf den ersten Sieg

 

Auch im dritten Saisonspiel in der NLB bleibt der Rugby TV Thun ohne Sieg. Gegen die RU Zürich verschliefen die Berner Oberländer erneut die Startphase und mussten sich am Ende mit 22:31 geschlagen geben. Trotz einer zwischenzeitlichen Steigerung gelang es dem Aufsteiger zu selten, sein Potenzial über längere Phasen abzurufen.

 

Die verschlafenen Anfangsminuten entwickeln sich langsam zu einem Muster. Wie bereits in den ersten beiden Saisonspielen fand Thun nur schwer in die Partie. In der Defensive liess man den Zürchern zu viel Raum, verschob zu spät und setzte die Tackles zu wenig konsequent. Auch mit Ball lief zunächst wenig zusammen. Die Angriffe waren zu durchschaubar und zahlreiche Handlingfehler verhinderten längere Druckphasen. Nach rund 20 Minuten nutzte Zürich die Unordnung in der Gästeverteidigung mit einem Doppelschlag gnadenlos aus und zog auf 19:0 davon. Kurz darauf kam es für die Berner Oberländer noch dicker: Fabrice Zellweger sah nach einem Foulspiel nahe der eigenen Tryzone die Gelbe Karte und musste für zehn Minuten vom Feld.

 

Ausgerechnet die Unterzahl schien die Thuner jedoch wachzurütteln. Plötzlich agierte die Defensive kompakter und auch offensiv gelang es zunehmend, Druck aufzubauen. Vorerst verhinderten weitere Ballverluste Zählbares. Neben den Handlingfehlern bereitete insbesondere das Lineout Probleme, wodurch sich die Gäste mehrfach selbst um guten Ballbesitz brachten. Kurz vor der Pause wurden die Bemühungen dennoch belohnt. Aaron Schranz durchbrach die Zürcher Verteidigung und setzte den mitgelaufenen Frank Zumthurm in Szene. Dieser wurde zwar noch kurz vor der Tryzone gestoppt, doch der Aufsteiger hielt den Druck hoch. Wenig später fand Rian Hogen die entscheidende Lücke und legte zum ersten Thuner Try ab. Nach erfolgreicher Erhöhung ging es mit 7:19 in die Pause.

 

Den Schwung nahm die Mannschaft aus dem Berner Oberland mit in die zweite Halbzeit. Ein erfolgreicher Penaltykick verkürzte den Rückstand auf 10:19 und brachte die Gäste wieder in Schlagdistanz. Die Partie war nun deutlich ausgeglichener. Gleichzeitig blieb das Thuner Spiel fehleranfällig: Ballverluste und Ungenauigkeiten verhinderten weitere Punkte, während die Defensive weiterhin zu oft Räume offenbarte. So nutzte das Heimteam eine Lücke über die Aussenbahn und erhöhte auf 24:10. Die Gäste liessen sich davon nicht abschütteln und hielten die Partie offen. Simione Tabaki verkürzte mit einem weiteren Try auf 15:24 und brachte die Berner Oberländer nochmals heran.

 

Doch erneut folgte auf eine gute Thuner Phase ein Rückschlag. Nach einem Ballverlust schaltete Zürich schneller, während die Gästeverteidigung nicht rechtzeitig organisiert war. Der nächste Try der Gastgeber war die Folge. Zu oft machten sich die Oberländer an diesem Nachmittag mit fehlender Struktur und einfachen Fehlern das Leben selbst schwer. Aufgeben kam dennoch nicht infrage. In der Schlussphase bäumte sich Thun nochmals auf und der eingewechselte Janis Neuenschwander belohnte die Bemühungen mit einem Try zum 22:31-Endstand.

 

Damit bleibt nach dem dritten Saisonspiel erneut das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Der NLB-Aufsteiger zeigt sein Potenzial weiterhin nur phasenweise, während verschlafene Startminuten, Ballverluste und fehlende defensive Ordnung zu viel kosten. Bereits am kommenden Samstag bietet sich die nächste Chance auf den ersten NLB-Sieg. Dann tritt der Rugby TV Thun erstmals in dieser Saison vor heimischem Publikum an und empfängt den RC Albaladejo Lausanne.
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RC Bern – TV Thun

Knappe Niederlage im Berner Derby

Im zweiten Saisonspiel nach dem Aufstieg in die NLB traf der Rugby TV Thun im Berner Derby auf den RC Bern. In einer umkämpften und bis zum Schluss offenen Partie mussten sich die Berner Oberländer den Stadtbernern knapp mit 25:30 geschlagen geben. Dank einer starken Schlussphase sicherten sich die Gäste aber immerhin noch einen wichtigen Losing Bonus Point.

Wie bereits beim Saisonauftakt erwischte Thun einen nervösen Start. Das Heimteam setzte die Oberländer früh unter Druck und konnte sich über mehrere Phasen tief in deren Hälfte festsetzen. In der Defensive fehlte zunächst die nötige Konsequenz in den Tackles, was Bern bereits früh zum ersten Try ausnutzen konnte. Hinzu kam eine hohe Anzahl an Penalties auf Seiten der Gäste. Nach rund zehn Minuten erhöhten die Stadtberner mit einem erfolgreichen Penaltykick auf 10:0. Erst danach fand Thun besser in die Partie. Die Berner Oberländer konnten den Ball nun länger in den eigenen Reihen halten, arbeiteten sich Phase für Phase nach vorne und sorgten zunehmend auch selbst für Druck. Nach rund 20 Minuten zahlte sich dies aus: Nach einem kurz ausgeführten Lineout kam Man of the Match Philip Schnyder an den Ball und erzielte den ersten Try für seine Farben. Nach erfolgreicher Conversion waren die Gäste wieder mitten im Spiel. In der Folge entwickelte sich eine deutlich ausgeglichenere Partie. Besonders defensiv präsentierte sich Thun nun stabiler und konnte die Angriffswellen der Gastgeber immer häufiger stoppen. Dennoch gelang dem RC Bern noch vor der Pause ein weiterer Try. Die Oberländer liessen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und verkürzten mit einem erfolgreichen Penaltykick noch vor dem Pausenpfiff. So ging es mit einem Spielstand von 15:10 für die Hausherren in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Chancen gab es auf beiden Seiten, doch immer wieder verhinderten Ballverluste, Ungenauigkeiten oder eine gute Defensive den erfolgreichen Abschluss. Zunächst war es Bern, das einen weiteren Try erzielte und den Vorsprung auf 20:10 ausbaute. Die Reaktion des Aufsteigers folgte jedoch prompt. Flanker Rian Hogan erkannte nach einem Penalty die Situation blitzschnell, führte diesen sofort selbst aus und erwischte damit die noch unsortierte Berner Defensive auf dem falschen Fuss. Hogan setzte zum Lauf an, durchbrach die Abwehr und legte den Ball zum Try ab. Damit war Thun wieder herangekommen – und spätestens jetzt entwickelte sich die Partie zu einem echten Derby. Das Spiel war offen und umkämpft, beide Mannschaften schenkten sich keinen Meter. Allerdings leisteten sich die Gäste erneut einige Undiszipliniertheiten, wodurch Bern den Vorsprung mit einem weiteren Penaltykick ausbauen konnte. Wenig später wurden die Oberländer nach einem schnell ausgeführten Lineout erneut kalt erwischt. Die Defensive war noch nicht organisiert, die Gastgeber nutzten die freien Räume und kämpften sich bis in die Tryzone durch. Nach erfolgreicher Conversion stand es 30:15. Entschieden war die Partie damit aber noch lange nicht. Statt sich geschlagen zu geben, warf der Rugby TV Thun in der Schlussphase nochmals alles nach vorne. Die Berner Oberländer übernahmen zunehmend das Spieldiktat und drängten das Heimteam tief in die eigene Hälfte. Der eingewechselte Johnathan Schoch belohnte die starke Druckphase schliesslich mit einem weiteren Try. Fly Half Louis von Grünigen verwandelte die anschliessende Conversion und brachte seine Mannschaft wenig später mit einem weiteren erfolgreichen Penaltykick nochmals bis auf fünf Punkte heran.

Für die ganz grosse Wende reichte die verbleibende Spielzeit schliesslich nicht mehr. Nach einem schwierigen Start und zwischenzeitlich deutlichem Rückstand zeigte der Aufsteiger jedoch Moral und kämpfte sich bis zum Schluss zurück. Trotz der knappen Niederlage belohnte sich der Rugby TV Thun damit zumindest noch mit einem wichtigen Losing Bonus Point.

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