Saison: 2024/2025

LNC-Finale: TV Thun – RC Würenlos

Rugby TV Thun krönt starke Saison mit Meistertitel und Aufstieg in die NLB

Der Rugby TV Thun hat sich am Schweizer Final Day in Yverdon den Meistertitel der Nationalliga C gesichert. Die Berner Oberländer bezwangen den RC Würenlos im Final mit 20:11 und steigen damit erstmals in die Nationalliga B auf.

Die Anspannung war beiden Mannschaften von Beginn an deutlich anzumerken. Zahlreiche Ballhandlingfehler auf beiden Seiten führten zu einer Vielzahl von Scrums und verhinderten einen flüssigen Spielfluss. Besonders im Gedränge hatten die Thuner in der ersten Halbzeit grosse Mühe. Die Aargauer dominierten die Scrums und kamen dadurch deutlich häufiger in Ballbesitz.

Trotz ihrer Feldüberlegenheit gelang es dem RC Würenlos jedoch kaum, daraus Kapital zu schlagen. Die Defensive des Rugby TV Thun arbeitete konsequent und liess nur wenige gefährliche Situationen zu. Gleichzeitig fehlte den Oberländern in ihren seltenen Offensivaktionen die nötige Geduld. Hektische Entscheidungen und Ungenauigkeiten verhinderten, dass sie ihr Angriffsspiel entfalten konnten. So blieb die erste Halbzeit weitgehend ereignisarm. Ein Penaltykick in der 12. Minute brachte Würenlos mit 3:0 in Führung – dabei blieb es bis zur Pause.

Die zweite Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag. Direkt nach dem Wiederanpfiff gelang es Thun, den Ball nach dem eigenen Kick-off zurückzuerobern. Nach mehreren gut gespielten Phasen fand Man of the Match Aaron Schranz die Lücke in der Verteidigung und legte den ersten Try der Partie. Die erfolgreiche Erhöhung brachte die Thuner mit 7:3 in Front.

Die Antwort der Würenloser liess jedoch nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem anschliessenden Kick-off verlor Thun erneut den Ball, was die Aargauer konsequent ausnutzten. Mit einem Gegenangriff erzielten sie ihren ersten Try und gingen nach nur zehn gespielten Minuten der zweiten Halbzeit wieder mit 8:7 in Führung.

Im weiteren Verlauf entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Die Thuner fanden zunehmend besser ins Spiel und konnten den zuvor unterlegenen Scrums deutlich mehr Stabilität verleihen. Dadurch kamen auch die Oberländer vermehrt zu Ballbesitz und konnten ihre offensiven Qualitäten zeigen. Zunächst erhöhte Würenlos mittels Penaltykick auf 11:7, ehe Fly-Half Louis von Grünigen wenig später ebenfalls per Straftritt auf 10:11 verkürzte.

Die Partie war nun völlig ausgeglichen. Während Thun immer wieder gefährliche Angriffe lancierte, fehlte im entscheidenden Moment zunächst noch die letzte Konsequenz. Zusätzlichen Widerstand mussten die Oberländer in der 60. Minute überwinden, als Scrum-Half Fabrice Zellweger nach einem High Tackle für zehn Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. Trotz Unterzahl hielt die Thuner Defensive dem Druck der Aargauer stand. Auf der anderen Seite wurden die Würenloser offensiv zunehmend harmloser. Rund zehn Minuten lang lieferten sich beide Teams einen intensiven Kampf um jeden Meter, ohne dass weitere Punkte fielen.

Acht Minuten vor Schluss folgte dann die spielentscheidende Szene. Kurz zuvor hatte Thun einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen: David Kension sah nach einem Late Tackle die zweite Gelbe Karte des Spiels, sodass die Berner Oberländer die Schlussphase erneut in Unterzahl bestreiten mussten.

Gerade in dieser schwierigen Phase zeigte der Rugby TV Thun jedoch grosse Moral. Nach mehreren geduldig aufgebauten Phasen setzte sich Simone Tabaki mit einem kraftvollen Durchbruch durch die Verteidigung und legte den entscheidenden Try zur 17:11-Führung für Thun. Nur drei Minuten später sorgte Louis von Grünigen mit einem weiteren Penaltykick für die Vorentscheidung und erhöhte auf 20:11.

Würenlos fand in der Schlussphase keine Antwort mehr auf die nun souverän auftretenden Thuner. Obwohl die Oberländer die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten mussten, liess die Defensive nichts mehr anbrennen und brachte den Vorsprung sicher über die Zeit.

Mit dem 20:11-Erfolg sichert sich der Rugby TV Thun verdient den Meistertitel der Nationalliga C. Nach einer starken Saison belohnen sich die Oberländer damit nicht nur mit dem Titelgewinn, sondern auch mit dem historischen Aufstieg in die Nationalliga B.

-

TV Thun – RC CERN Meyrin St. Genis

Thun zieht mit verdientem Sieg ins Finale der NLC ein

Das Rückspiel der Halbfinalserie in der NLC zwischen dem Rugby TV Thun und dem Rugby Club Cern endete mit einem 29:17-Sieg für die Gastgeber. Nachdem die Berner Oberländer das Hinspiel in der Westschweiz mit 44:31 gewonnen hatten, gingen sie mit einem kleinen, aber wichtigen Polster in das Rückspiel. Der Erfolg vor heimischem Publikum sicherte Thun den Finaleinzug, wo sie am 30. Mai in Yverdon auf den RC Würenlos treffen werden.

Die Partie begann jedoch alles andere als nach Wunsch für die Thuner. Die Gäste aus der Westschweiz hatten zu Beginn mehr vom Spiel und kontrollierten das Geschehen über weite Strecken mit viel Ballbesitz. Thun wirkte ähnlich wie in der Schlussphase des Hinspiels etwas undiszipliniert und fand nur schwer in den eigenen Rhythmus. Cern nutzte diese Phase, erhöhte kontinuierlich den Druck und kam nach rund 15 Minuten zum ersten Erfolgserlebnis: Nach mehreren druckvollen Phasen durchbrachen die Genfer die Thuner Defensive und gingen mit einem Try in Führung.

Doch die Antwort des Heimteams ließ nicht lange auf sich warten. Mit zunehmender Spieldauer gelang es den Berner Oberländern immer besser, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und Struktur in ihr Angriffsspiel zu bringen. Dabei wurde schnell ersichtlich, dass Thun offensiv über klare Vorteile verfügte. Nach rund 20 Minuten war es schließlich Center Simione Tabaki, der nach mehreren gut aufgebauten Phasen mit konsequentem Raumgewinn die Lücke fand und den ersten Try für die Gastgeber erzielte. Die Partie kippte nun zunehmend zugunsten der Thuner. Rund zehn Minuten später setzte Fly Half Louis von Grünigen zum nächsten Nadelstich an, durchbrach die Defensivlinie der Gäste und erhöhte mit seinem Try – inklusive erfolgreicher Erhöhung – auf 14:5.

Trotz einer gelben Karte gegen David Kenison und einer entsprechenden Unterzahlphase zeigte sich die Defensive der Thuner stabil. Die Gäste konnten daraus keinen weiteren Profit schlagen, sodass die Gastgeber ihre Führung bis zur Pause behaupteten.

Der Start in die zweite Halbzeit gelang Thun dann nach Maß. Mit einem sehenswerten Angriff über die Backline brachten sie die Cern-Defensive früh ins Wanken. Erneut war es Simione Tabaki, der sich kraftvoll durchsetzte, mehrere Verteidiger stehen ließ und seinen zweiten Try des Tages erzielte. Cern blieb jedoch hartnäckig und profitierte weiterhin von Undiszipliniertheiten auf Seiten der Thuner. Eine weitere gelbe Karte brachte den Gästen zusätzlichen Raum, den sie zu nutzen wussten. Sie verkürzten den Rückstand auf 19:12 und hielten die Partie damit offen.

Dennoch zeigte sich immer wieder ein klares Bild: Sobald Thun im Ballbesitz war und ihr strukturiertes Angriffsspiel durchziehen konnte, erspielten sie sich konsequent Raumgewinn und setzten die Gäste unter Druck. Louis von Grünigen sorgte mit einem Penaltykick für etwas Luft und erhöhte auf 22:12. Wenig später fiel dann die Vorentscheidung: Nach einem schnell vorgetragenen Angriff war es Scrum Half Grigorj Reber, der die Lücke erkannte und den vierten Try für die Gastgeber erzielte. Mit dem Zwischenstand von 29:12 war die Partie weitgehend entschieden.

In den letzten zwanzig Minuten ließ die Intensität auf beiden Seiten etwas nach. Cern gelang zwar noch eine Resultatkosmetik zum 29:17, doch ernsthaft in Gefahr geriet der Thuner Sieg nicht mehr.

Mit dem zweiten Erfolg in dieser Halbfinalserie bestätigt der Rugby TV Thun seine starke Form und zieht verdient ins Finale der NLC ein. Trotz phasenweiser Undiszipliniertheiten überzeugten die Berner Oberländer vor allem im Angriffsspiel und zeigten, warum sie zu den stärksten Teams der Liga gehören.

Am 30. Mai wartet in Yverdon mit dem RC Würenlos nun die letzte Herausforderung der Saison – mit dem klaren Ziel, den Meistertitel nach Thun zu holen.

-

RC CERN Meyrin St. Genis – TV Thun

Gute Ausganslage trotz unglücklicher Schlussphase

Im Hinspiel des NLC-Halbfinals setzte sich der Rugby TV Thun auswärts gegen den Rugby Club CERN durch – und legte dabei über weite Strecken den Grundstein für den möglichen Finaleinzug. Trotz einer dominanten Vorstellung der Berner Oberländer blieb den Gästen am Ende ein kleiner Wermutstropfen.

Die Partie begann zunächst mit Druck der Gastgeber. Die Genfer drängten Thun in den eigenen 22-Meter-Raum zurück, doch dank klugem Kickspiel gelang es den Gästen, sich immer wieder zu befreien und das Spielgeschehen zu beruhigen. Kaum hatten die Thuner erstmals selbst längere Ballbesitzphasen, schlugen sie eiskalt zu: Fly-Half Louis von Grünigen eröffnete das Skore per Penaltykick, ehe nur wenige Minuten später Simione Tabaki nach einer sehenswerten Angriffsphase zum ersten Versuch eintauchte. Nach gerade einmal sechs Minuten führten die Gäste mit 10:0. Obwohl die Berner Oberländer das Spielgeschehen kontrollierten, kam CERN aus dem Nichts zum Anschluss. Ein geschickt ausgeführter Chip- und Chase-Kick führte in der 15. Minute zum ersten Versuch der Westschweizer. Doch die Antwort der Gäste liess nicht lange auf sich warten: Nur drei Minuten später setzte Thun zum direkten Gegenschlag an. Flügel Brandon Wild nutzte den Raum auf der Aussenbahn konsequent aus und stellte mit seinem Versuch in der 18. Minute den alten Abstand wieder her.

In der Folge blieben die Gäste klar tonangebend. Immer wenn der Ball schnell über die Hintermannschaft lief, wurde es brandgefährlich – beinahe jeder Angriff führte zu einem Durchbruch durch die gegnerische Linie. Ryan Hogan sowie erneut Brandon Wild sorgten für weitere Punkte und bauten die Führung kontinuierlich aus. Kurz vor der Pause setzte Thun dann noch ein echtes Highlight: Ein präziser Chip-Kick von Tabaki über die Defensivlinie, von Brandon Wild geschickt weitergeleitet, fand schliesslich den Weg zu Fullback Ramon Zehnder, der sicher in der Endzone ablegte. Mit einer komfortablen 32:7-Führung ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste jedoch einen Kaltstart. Ein geblockter Kick fiel den Genfern in die Hände, die diese Gelegenheit konsequent nutzten und bis in die Endzone durchliefen. Trotz dieses Rückschlags liess sich Thun nicht aus dem Konzept bringen. Die Gäste blieben spielbestimmend, auch wenn zu viele Ballverluste zunächst weitere Punkte verhinderten. Erst ein sauber ausgespielter Angriff über mehrere Stationen der Hintermannschaft brachte wieder Zählbares: Mit starkem Ballhandling wurde die Defensive der Gastgeber auseinandergezogen, und Danilo Schober erhöhte auf 37:14. Zwar gestaltete sich das Spiel in der Folge etwas ausgeglichener, doch bis zur 70. Minute konnten beide Teams noch je einen Versuch erzielen – 44:19 für die Gäste. Die Schlussphase verlief dann allerdings alles andere als nach Wunsch für Thun. Kaum noch Ballbesitz und zunehmende Undiszipliniertheiten verschafften den Genfern viel Raum. Die Gastgeber nutzten diese Phase konsequent aus und kamen in den letzten zehn Minuten noch zu zwei weiteren Versuchen. Damit verkürzte CERN das Schlussresultat auf 44:31 und hielt seine Hoffnungen für das Rückspiel am Leben.

Trotz dieses unglücklichen Endspurts verschafft sich der Rugby TV Thun eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Samstag in Thun Süd. Über weite Strecken zeigte das Team klar, wer die bessere Mannschaft ist – und untermauerte seine Ambitionen auf den Finaleinzug.

-
-
-
-
-
-
-
-