31 - 22
TV ThunKnappe Niederlage im Berner Derby
Im zweiten Saisonspiel nach dem Aufstieg in die NLB traf der Rugby TV Thun im Berner Derby auf den RC Bern. In einer umkämpften und bis zum Schluss offenen Partie mussten sich die Berner Oberländer den Stadtbernern knapp mit 25:30 geschlagen geben. Dank einer starken Schlussphase sicherten sich die Gäste aber immerhin noch einen wichtigen Losing Bonus Point.
Wie bereits beim Saisonauftakt erwischte Thun einen nervösen Start. Das Heimteam setzte die Oberländer früh unter Druck und konnte sich über mehrere Phasen tief in deren Hälfte festsetzen. In der Defensive fehlte zunächst die nötige Konsequenz in den Tackles, was Bern bereits früh zum ersten Try ausnutzen konnte. Hinzu kam eine hohe Anzahl an Penalties auf Seiten der Gäste. Nach rund zehn Minuten erhöhten die Stadtberner mit einem erfolgreichen Penaltykick auf 10:0. Erst danach fand Thun besser in die Partie. Die Berner Oberländer konnten den Ball nun länger in den eigenen Reihen halten, arbeiteten sich Phase für Phase nach vorne und sorgten zunehmend auch selbst für Druck. Nach rund 20 Minuten zahlte sich dies aus: Nach einem kurz ausgeführten Lineout kam Man of the Match Philip Schnyder an den Ball und erzielte den ersten Try für seine Farben. Nach erfolgreicher Conversion waren die Gäste wieder mitten im Spiel. In der Folge entwickelte sich eine deutlich ausgeglichenere Partie. Besonders defensiv präsentierte sich Thun nun stabiler und konnte die Angriffswellen der Gastgeber immer häufiger stoppen. Dennoch gelang dem RC Bern noch vor der Pause ein weiterer Try. Die Oberländer liessen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und verkürzten mit einem erfolgreichen Penaltykick noch vor dem Pausenpfiff. So ging es mit einem Spielstand von 15:10 für die Hausherren in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Chancen gab es auf beiden Seiten, doch immer wieder verhinderten Ballverluste, Ungenauigkeiten oder eine gute Defensive den erfolgreichen Abschluss. Zunächst war es Bern, das einen weiteren Try erzielte und den Vorsprung auf 20:10 ausbaute. Die Reaktion des Aufsteigers folgte jedoch prompt. Flanker Rian Hogan erkannte nach einem Penalty die Situation blitzschnell, führte diesen sofort selbst aus und erwischte damit die noch unsortierte Berner Defensive auf dem falschen Fuss. Hogan setzte zum Lauf an, durchbrach die Abwehr und legte den Ball zum Try ab. Damit war Thun wieder herangekommen – und spätestens jetzt entwickelte sich die Partie zu einem echten Derby. Das Spiel war offen und umkämpft, beide Mannschaften schenkten sich keinen Meter. Allerdings leisteten sich die Gäste erneut einige Undiszipliniertheiten, wodurch Bern den Vorsprung mit einem weiteren Penaltykick ausbauen konnte. Wenig später wurden die Oberländer nach einem schnell ausgeführten Lineout erneut kalt erwischt. Die Defensive war noch nicht organisiert, die Gastgeber nutzten die freien Räume und kämpften sich bis in die Tryzone durch. Nach erfolgreicher Conversion stand es 30:15. Entschieden war die Partie damit aber noch lange nicht. Statt sich geschlagen zu geben, warf der Rugby TV Thun in der Schlussphase nochmals alles nach vorne. Die Berner Oberländer übernahmen zunehmend das Spieldiktat und drängten das Heimteam tief in die eigene Hälfte. Der eingewechselte Johnathan Schoch belohnte die starke Druckphase schliesslich mit einem weiteren Try. Fly Half Louis von Grünigen verwandelte die anschliessende Conversion und brachte seine Mannschaft wenig später mit einem weiteren erfolgreichen Penaltykick nochmals bis auf fünf Punkte heran.
Für die ganz grosse Wende reichte die verbleibende Spielzeit schliesslich nicht mehr. Nach einem schwierigen Start und zwischenzeitlich deutlichem Rückstand zeigte der Aufsteiger jedoch Moral und kämpfte sich bis zum Schluss zurück. Trotz der knappen Niederlage belohnte sich der Rugby TV Thun damit zumindest noch mit einem wichtigen Losing Bonus Point.
30 - 25
TV ThunStarke Reaktion nach schwierigem Start – Thun fordert Serienmeister Lugano
Der Rugby TV Thun ist mit einer 33:52-Niederlage gegen den amtierenden NLB-Meister RC Lugano in die neue Saison gestartet. Das Resultat fiel am Ende deutlich aus, doch insbesondere nach einem schwierigen Beginn zeigten die Berner Oberländer eine starke Reaktion und bewiesen, dass sie in der zweithöchsten Schweizer Liga durchaus mithalten können.
Der Start in die Partie verlief für den NLB-Aufsteiger allerdings alles andere als nach Wunsch. Die Gastgeber aus dem Tessin legten von Beginn weg ein enorm hohes Tempo vor und setzten Thun mit aggressiver Offensive und kraftvollen Runs unter Druck. Die Gäste aus dem Berner Oberland wirkten in der Verteidigung zunächst zu wenig organisiert, während auch die Tackles nicht konsequent genug gesetzt wurden. Der erfahrene Serienmeister nutzte dies eiskalt aus und legte bereits in den ersten 15 Minuten drei Versuche zum 19:0. Die Thuner liessen sich vom frühen Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen und fanden mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. Der Ball konnte nun länger in den eigenen Reihen gehalten werden und insbesondere mit Ball zeigte der Aufsteiger seine Qualitäten. Mehrere starke Phasen und gutes Zusammenspiel sorgten erstmals für Raum in der Tessiner Defensive. Adam Jones nutzte diesen schliesslich und erzielte den ersten Thuner Versuch der neuen NLB-Saison Nach einem groben High Tackle sah ein Lugano-Spieler zudem eine 20-Minuten-Rote Karte, wodurch die Thuner bis zur Pause in Überzahl agieren konnten. Kapital konnten die Gäste daraus allerdings nur bedingt schlagen. Zu häufig war man erneut mit Defensivarbeit beschäftigt und Lugano blieb mit seinen direkten, physischen Angriffen gefährlich. Zwei weitere Versuche der Tessiner sorgten für den deutlichen Pausenstand von 33:7.
Starke zweite Halbzeit der Berner Oberländer
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ganz anderes Bild. Thun erwischte einen Blitzstart, eroberte direkt nach dem Kick-off den Ball und setzte Lugano sofort unter Druck. Nach einem kurz gespielten Lineout war es Hooker Danilo Schober, der sich durchsetzen und zum zweiten Thuner Versuch des Tages ablegen konnte. Spätestens jetzt war der Aufsteiger in der NLB angekommen. Die Partie gestaltete sich deutlich ausgeglichener und Thun konnte den Meister immer wieder mit schnellen Angriffen und mehreren guten Phasen unter Druck setzen. Zunächst war es allerdings Lugano, das seine Stärke im Paket ausspielte und nach einem Maul auf 38:14 erhöhte. Die Antwort der Gäste folgte wenig später. Nach mehreren schnellen Phasen fand Thun erneut die Lücke in der Tessiner Defensive. Jonathan Schoch krönte eine starke Angriffssequenz und erzielte gleich in seinem ersten Spiel für den Rugby TV Thun seinen ersten Versuch im Thuner Trikot. Lugano zeigte danach jedoch, weshalb die Mannschaft seit Jahren zu den stärksten Teams der Liga gehört. Innerhalb von rund zehn Minuten gelangen den Tessinern zwei weitere Versuche. In einigen Situationen reagierte die Thuner Defensive einen Moment zu spät und konnte der Physis der Gastgeber nicht genügend entgegensetzen.
Die letzten 20 Minuten gehörten dafür nochmals den Berner Oberländern. Trotz des deutlichen Rückstands steckte das Team nicht auf, spielte mit viel Freude weiter nach vorne und wurde dafür belohnt. Nach einem sehenswerten Spielzug der Backline konnte der eingewechselte Flügel Nico Kyburz in die gegnerische Endzone einlaufen. Es war der vierte Thuner Versuch des Tages – und damit gleichzeitig der wichtige Offensiv-Bonuspunkt. Auch danach liessen die Kräfte beim Aufsteiger nicht nach. Im Gegenteil: Mit mehreren starken Phasen und einer guten Fitness gelang es den Thunern, den Serienmeister in der Schlussphase nochmals unter Druck zu setzen. Praktisch mit dem Schlusspfiff fand der Ball schliesslich den ebenfalls eingewechselten Center Mike Koller, der den fünften Thuner Versuch zum 33:52-Schlussresultat erzielte.
So blieb am Ende zwar eine Niederlage zum Saisonauftakt, gleichzeitig aber auch viel Positives. Nach dem schwierigen Start steigerte sich Thun deutlich und konnte die zweite Halbzeit gegen den amtierenden Meister sogar für sich entscheiden. Fünf eigene Versuche und ein Offensiv-Bonuspunkt zeigen zudem, dass sich die Thuner auch eine Liga höher keineswegs verstecken müssen. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Bereits am kommenden Samstag wartet auf den Rugby TV Thun ein erster Saisonhöhepunkt: Im Berner Derby treffen die Oberländer auswärts auf den RC Bern.
52 - 33
TV Thun
